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"Nur alte Leute hier?"  Stimmt das überhaupt und was muss geschehen, dass unsere Gemeinde attraktiv für jüngere Leute und Familien wird? 

 

Vorweg etwas Statistik:

Die Gemeindeverwaltung Bad Zwischenahn hat einen lesenswerten Statistischen Jahresbericht 2020 veröffentlicht, in der sich die Frage nach der Altersstruktur der Gemeinde sehr gut studieren lässt. Danach ist die Anzahl der Einwohner in den letzten 10 Jahren nicht nur um 1.700 (=6%) gewachsen sondern dieser Zuwachs ist nahezu ausschließlich (+1.535) in der Altersgruppe „65+“ erfolgt. Zudem nahm der Altersdurchschnitt in dieser Gruppe auch noch von 74,7 auf 76,0 Jahre zu. So verwundert es nicht, dass die Gemeinde inzwischen einen Anteil von 30% der über 65-jährigen hat. Im Vergleich dazu: In der restlichen Bundesrepublik beträgt der Anteil 22%.


Bild: Konstanz


Übrigens leben unsere Mitbürger (nicht nur die „Alten“) zunehmend allein oder zu zweit, denn 2016 betrug die durchschnittliche Haushaltsgröße noch 2,01 Personen, in 2020 nur noch 1,93 Personen. Im Ortskern Bad Zwischenahn (ohne die Bauernschaften) betrug diese Kennzahl übrigens nur 1,48. Dies bedeutet, dass etwa die Hälfte der älteren Mitbürger im Ortskern allein lebt! Anders in den Bauernschaften. Spitzenreiter sind hier Ekern und Ohrwege mit 2,34 bzw. 2,30 Personen je Haushalt – Ein Indiz der Wohnqualität für Familien!

Wohin soll die Reise gehen? Wollen wir gezielt um ältere Neubürger werben? Oder müssen wir versuchen, attraktiver für Familien zu werden? Oder sind es kinderlose Paare mit vorzugsweise hohem Einkommen, die wir zukünftig als nennenswerte Einwohnergruppe sehen.


Um sich der Antwort auf diese Frage zu nähern müssen wir einige Thesen aufstellen

  • Das Wohnen im Bad Zwischenahner Ortskern ist teuer. Ein Sinken des Preisniveaus ist aufgrund der hohen Nachfrage, insbesondere durch eher wohlhabende ältere Menschen nicht zu erwarten. Die rege und noch andauernde Bautätigkeit der letzten Jahre hat demzufolge auch nicht zur Entspannung des Preisniveaus geführt.
  • In den Bauernschaften ist diese Entwicklung nicht so gravierend, sicher auch durch das regelmäßige Ausweisen von Baugebieten durch die Gemeinde. Dennoch fällt es jungen Familien, auch durch stark gestiegene Baukosten, zunehmend schwer, sich den Traum vom Eigenheim in der Gemeinde zu erfüllen
  • Während man die Infrastruktur im Kernort als durchaus gut bis sehr gut bezeichnen kann gilt dies für die Bauernschaften eher nicht. Die Anbindung an den Kernort mit öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt es i.d.R. nicht, auf einen privaten PKW zu verzichten. Die Fahrradweg-Infrastruktur ist zudem sehr lückenhaft und teilweise unattraktiv.
  • Grundschulen und Kitas/Kindergärten gibt es außer im Ortskern nur in den größeren Bauernschaften. Nahversorgung, Ärzte, Apotheken und andere Dienstleister für den täglichen Bedarf sind mit Ausnahme von Rostrup, Ofen und Petersfehn I nur punktuell vorhanden (z.B. Friseur und Kiosk in Aschhausen).
  • Das „gesellschaftliche Leben“ wird in den Bauernschaften meist durch Sportvereine und die freiwillige Feuerwehr getragen. Neu in Baugebiete hinzugezogene Familien lassen sich nur schwer in gewachsene Strukturen integrieren.
  • Wir brauchen weiterhin Zuwachs in der Bevölkerung, denn aufgrund des Schwerpunktes bei eher älteren Menschen ist der „natürliche“ Abgang größer als in anderen Kommunen.
  • Wir müssen Bürgern, die in der Gemeinde Ihren Arbeitsplatz finden auch in der Gemeinde die Möglichkeit bieten, hier zu vernünftigen Kosten zu leben. Der Trend zum Home Office erleichtert das Leben auf dem Land.
  • Wir werden den Trend, dass eher wohlhabendere, ältere Menschen in den Ortskern ziehen wollen nicht aufhalten und damit auf längere Sicht mit eher teures Wohnen dort in Kauf nehmen müssen.

 

Was kann also die „Strategie“ sein?

Ich denke, wir müssen die Attraktivität der Bauernschaften steigern nicht nur was die Kosten des Wohnen ausmacht sondern auch hinsichtlich der Lebensqualität, die stark durch die Infrastruktur bestimmt ist.

  • Prüfung von Hinterlandbebauungen in den Bauernschaften. Diese ermöglicht Neu-Hinzugezogenen eine bessere Integration in die Dorfgemeinschaft als dies in neu geschaffenen Wohngebieten möglich wäre.
  • Verkehrsanbindung an den Ortskern durch breite Fahrradwege aus jeder Bauernschaft in den Ort,
  • Ausbau bzw. Förderung des ÖPNV, ggfs. mit Bürger- und Anrufbussen, Carsharing-Modellen oder ähnliche Lösungen
  • Förderung Ansiedlung Nahversorgungsengagements (Dorfladen, private Tagesmütter usw.)
Bild: Edeka




Diese Punkte lassen sich vermutlich ideal zumindest teilweise in Zusammenhang mit der Idee des Bürgermeisterkandidaten Christian Wandscher einer Landesgartenschau 2030 finanzieren und realisieren


Darüber hinaus wichtig für hohe Lebensqualität in den Bauernschaften:-       

  • Förderung der Ehrenamtsarbeit allgemein
  • Förderung Mitgliederarbeit der Sport- und Ortsbürgervereine, Feuerwehren usw.




Mit einem Satz: „Meine Bauernschaft – Hier will ich leben!“


Was denken Sie?