Ihr Name
Ihr Slogan

CO²-Reduktion? Das bringt doch sowieso nix!

 

Zugegeben, Deutschland hat am internationalen CO²-Ausstoß tatsächlich nur einen Anteil von 2%. Und der Anteil unserer Gemeinde wird vermutlich nicht mal im Promille-Bereich dazustellen sein. (Übrigens: Beim Pro-Kopf-Anteil sieht es schon ganz anders aus: Wir rangieren in Deutschland (je nach Statistik) in der Spitzengruppe, sogar noch vor China! )


Ein Grund, dass nicht wenige Menschen sagen:


  • CO²-Reduktion ist nicht so wichtig, allein bei uns bringt das sowieso nichts.
  • Windräder wollen wir nicht, die sind hässlich und ich hab schlimme Sachen gehört (machen krank, töten Vögel, stoßen beim Bau mehr CO aus, als sie je sparen.)
  • Photovoltaik ist auch hässlich, außer vielleicht auf Flachdächern wo man sie nicht sieht. Bloß keine Solarparks, die verschandeln die Landschaft
  • und überhaupt: Wohin mit dem ganzen Strom, es gibt ja gar keine Trassen.
Bild: Rostocker Windkraft


Bild: CSM


Abgesehen davon, dass viele Argumente meist schlicht falsch, zumindest aber im Zusammenhang nicht richtig sind: 


Unser Stromverbrauch wird steigen, auch weil wir bald elektrisch Auto fahren, unser ÖPNV auf Strom umgestellt wird, wir nicht auf Handy, Tablet und immer mehr  Haushaltsgeräte verzichten wollen. Und die vielgepriesene Wasserstofftechnologie wird nur mit Strom, und zwar viel Strom, realisierbar sein.


Ist die Lösung, deshalb Kohle-, Gas- oder Atomstrom zu importieren (und damit das Problem zu exportieren)?


Das kann wohl keiner ernsthaft wollen.  Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass unser Strom nicht mehr nur aus der Steckdose kommt, sondern auch bei uns in der Region produziert werden muss und wird. Und damit wir selbst entscheiden können, wo und in welchem Umfang dies geschehen soll muss gelten:


Die globale Energiewende muss auch in Bad Zwischenahn, besser noch bei jedem Bürger, beginnen. Und zwar jetzt!


Hier die Forderungen der größeren Parteien in Ihren Gemeinderatsprogrammen zu diesem Thema:

  • Die SPD will Wald pflanzen und Klimaneutral werden! Das klingt gut aber wo in unserer Kulturlandschaft bitte sind nennenswerte Flächen für Waldbepflanzung? 1/2 Hektar sind noch kein Wald! Und Klimaneutralität ist natürlich super – aber bis wann denn? Und mit welchen Maßnahmen?
  • Die FDP findet Photovoltaik "wünschenswert", aber nur ohne Zwang! Und Windkraft soll es gar nicht geben. Da kann man nur sarkastisch sagen: „Thema verfehlt“.
  • Die Grünen wollen Klimaneutralität bis 2035, sind für Windkraft einschließlich Repowering vorhandener Anlagen und Ausweis neuer geeigneter Flächen. Sie fordern ein Solarkataster als Basis für flachendeckende Einführung von Photovoltaik. Das ist immerhin noch die konkreteste Ansage aller Parteien!
  • Und Last but not Least möchte „meine“ CDU die Energieoptimierung fortsetzen.  In dieser Aussage ist m.E. noch viel Luft nach oben...

Ich muss leider feststellen: Die Grünen haben zumindest in diesem Thema eindeutig die Nase vorn! Das übrige Programm kann allerdings nicht annährend Schritt halten, sonst müsste ich noch meine Parteizugehörigkeit überdenken…


Aber im Ernst: Eine konsequente und terminierte Planung von Zielen und Maßnahmen zur CO²-Reduzierung ist nicht nur für die Umwelt gut, sie hilft auch sehr dem Image der Gemeinde als Wohnort und Reiseziel, stärkt somit die Wirtschaftskraft und dient damit uns allen.


Wie wäre es denn, wenn wir als Gemeinde uns vornehmen, bis z.B. 2035 die Gemeinde Klimaneutral zu machen (hier übernehme ich einfach mal den Punkt der Grünen, aber mit Quellenangabe!)? Und wenn es 3 Jahre länger dauert wäre es auch noch gut. Wir haben ja sogar schon eine Klimabeauftragte, die diese Aktivitäten koordinieren könnte.


Dazu gehört:

  • Aufstellung einer aktuellen Klima- bzw. CO²-Bilanz, aufgeschlüsselt nach einzelnen Sektoren wie z.B. Verkehr, Gebäude, Heizung, Gewerbe & Industrie, Landwirtschaft usw., Stand 2020. 
  • Erfassung der Ist-Situation bei der erneuerbaren Energieerzeugung (Wind, Photovoltaik, Biogas)
  • Bildung von Arbeitskreisen (wie bei der Entwicklung des Verkehrskonzepts!) mit Fachleuten und Betroffenen je Sektor und Formulierung von  Zielen mit Zeitvorgaben.
  • Formulierung von Maßnahmenpaketen und Abschätzung der Umsetzungskosten.
  • Klärung der Kostenübernahmen




Und dann: EINFACH ANFANGEN, oder wie der Ammerländer sagt: „Bigahn ist meist!“ (frei übersetzt: „Anfangen ist die halbe Arbeit!“


Klar: Das ist kein Spaziergang und verlangt viel Arbeit und Einsatz. Vieles wissen wir nicht und müssen bestmögliche Annahmen treffen. Aber besser falsch schätzen als gar nichts machen. Und wir müssen alle Bürger versuchen mitzunehmen. Denn dies wird eine Eigendynamik und viele privat initiierte Projekte hervorbringen.


Stellen wir uns vor, wir propagieren diesen Plan nach außen und kommunizieren die erfolgreichen Schritte ebenso offensiv wie laut! Wir werden stolz auf das Erreichte sein, andere Kommunen werden versuchen, ähnliche Wege einzuschlagen. Bad Zwischenahn wird eine hohe Attraktion auf Neubürger, umweltorientierte Unternehmen und Gäste ausüben.


Und: ganz nebenbei wird unser CO²-Ausstoß sinken!


Da fällt mir ein: Wir wäre es mit einem Projekt einer „plastikfreien Gemeinde“ (auch nicht meine Idee, ich habe den Urheber aber nicht ausfindig machen können…)?


Ich werde jedenfalls  versuchen, im Falle meiner Wahl nicht nur meine Parteikollegeninnen und -kollegen von der Vision der CO²-neutralen Gemeinde zu begeistern! 


Was meinen Sie